Am vergangenen Wochenende (25. und 26. April) habe ich das Barcamp Heilbronn 2015 in den Räumen der Bechtle AG besucht. Hmmm….Barcamp? Moment, das hab ich hier doch schon mal irgendwo gelesen. Richtig! Erst vor wenigen Wochen haben wir in den Räumen der IB unser eigenes Barcamp – elsacamp – veranstaltet.

Dabei hatten wir tatkräftige Unterstützung von Steffen Jung, der auch für die Organisation des Barcamps Heilbronn mitverantwortlich ist. Ehrensache, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte. 🙂

Samstag – In welcher Session warst du gerade?

Mit knapp 150 Teilnehmern startete das Barcamp Heilbronn 2015 (bchn15) am ersten Tag um 9.00 Uhr mit einer Runde Kaffee und Brezeln. Nach einer kurzen Vorstellung der Sponsoren und ein paar allgemeinen Worten zum Barcamp (bei dem unser elsacamp übrigens ein Shout-Out bekam – Danke dafür 🙂 ) folgte ab 10.00 Uhr die Vorstellungsrunde, bei der jeder seinen Namen, Twitternamen oder Website sowie 3 Hashtags zu sich selbst angeben sollte.

Bereits hier gab es die ersten Lacher („Mein Twittername hat keine Vokale, deshalb kann ich ihn nicht aussprechen“). Als dann der Aufruf für die Sessions kam, war es wirklich eindrucksvoll zu beobachten, wie viele nach vorn stürmten. Meine Lehrer hätten sich damals gefreut, wenn es bei der Vergabe von Vorträgen ähnliche Reaktionen gegeben hätte. 🙂

Der Sessionplan war dann auch schnell gefüllt. Vom IT-Arbeitsplatz der Zukunft über Storytelling, Internetworking bis hin zu einer Session über Sucht, konnte wirklich jeder etwas finden. Das Ende bzw. auch der Anfang jeder Session wurden dabei durch einen Gong markiert. Ich kam mir anfangs vor, wie in einem tibetanischen Gebetstempel. 🙂

Ich besuchte als erstes eine Session zum Thema „Wahrnehmung und Aufmerksamkeit als Schlüsselpraktiken“, bei der wir durch eine gezielte Übung unsere Sinne schärfen sollten. Sagen wir mal so – ich werde das Öffnen einer Wasserflasche nie wieder auf die gleiche Weise betrachten 😉

Meine zweite Session widmete sich dem Thema Storytelling. Sabine Haas, Medienpsychologin und Geschäftsführerin eines Marktforschungsinstituts, zeigte hier, wie gutes Storytelling funktioniert bzw. wie man es besser nicht machen sollte. Das Thema hat mich echt interessiert, denn sowohl die IT-Branche als auch erklärungsbedürftige Dienstleistungen lassen sich nur schwer in spannenden und emotional aufgeladenen Content packen. Ich bekam durch die Session aber einige Impulse, was auch wir hier noch besser machen können, wenn es z.B. um unsere Facebook-Posts geht.

Dann war es auch schon 13 Uhr – Lunch o’clock. Hier hatte man auch viel Zeit, sich mit den anderen Teilnehmern über die bisherigen Sessions oder die eigenen Hashtags, die ja jeder um den Hals trug, auszutauschen.

Nach dem Gong ging es auch schon weiter. Ich besuchte eine Session mit dem verheißungsvollen Titel „YouTube-Marketing – SEO mit YouTube“. Hier wurde eindrucksvoll demonstriert, wie man durch die Eingabe des richtigen Beschreibungstextes im Video ganz oben in den Suchergebnissen bei YouTube landen kann. Das Video, anhand dessen uns dies gezeigt wurde, haben wir in der Session innerhalb von 5 Minuten erstellt und siehe da – auch heute ist es noch auf dem ersten Platz der Videovorschläge für „BarCamp Heilbronn 2015“.

Nächster Gong – nächste  Session: „Employer Branding ohne Tischkicker“. Jan, von der Agentur „quäntchen+glück“, stellte hier verschiedene Ansätze zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit vor, die bei quäntchen + glück selbst gelebt werden und sagen wir mal so – gegen eine Urlaubsflatrate hätte auch ich nichts einzuwenden. 🙂

Die letzte Session vor den Night-Sessions drehte sich um das Thema „Sucht“. Leider schweifte die Unterhaltung an der einen oder anderen Stelle sehr ab, jedoch hatten wir eine wirklich angeregte Diskussion und es war interessant die Erfahrungen einzelner Teilnehmer zu diesem Thema zu hören.

Anschließend war es für mich Zeit, nach Hause zu gehen. Ich muss sagen, dass so ein Tag doch auch ziemlich anstrengend ist. Das hielt mich aber nicht ab, am nächsten Tag wieder zu kommen!

Sonntag – Non scholae, sed vitae discimus!

Wie auch am Samstag starteten wir mit Frühstück und Sessionplanung. Gleich meine erste Sessionhatte ein Thema mit Sprengstoffpotenzial – „Gute Arbeit – Lidl?“. Da Lidl einer der Hauptsponsoren des Barcamps war und somit natürlich auch einige Vertreter der Firma dort waren, ließ es sich der Sessiongeber nicht nehmen, mit diesen offen in die Diskussion zum Lidl-Schwarzbuch zu gehen. Eine wirklich interessante Session und einen großen Respekt an die Vertreter von Lidl, dass sie sich dieser Diskussion gestellt haben.

Da ich mit meinem Freund auf dem Barcamp war und er ebenfalls eine Session hielt, habe ich diese natürlich besucht. Hier stellte er ein Studienprojekt vor, das er mit 2 Kommilitonen erarbeitet hatte. Gemeinsam haben sie ein E-Paper Display entwickelt, das mittels einer Solarzelle und Licht mit Strom versorgt wird und über dieses Licht auch Daten empfangen kann. Einsatz findet ein solches E-Paper-Display neben den klassichen ebook-Readern z.B. im Lebensmitteleinzelhandel als Preisschild. Ich muss zugeben, dass ich leider recht wenig verstanden habe (von Begriffen wie Farad,  Elektrophorese und Rauschabstand habe ich das letzte Mal vor 10 Jahren oder noch nie gehört), aber die Teilnehmer der Session waren begeistert und ich ein klein wenig stolz. 🙂

Nach der Mittagspause besuchte ich eine Session, die sich einem Thema widmete, was auch mich in meiner Schulzeit oft beschäftigte – „Was bringt Schule fürs spätere Leben?“. Der 13-jährige Lauritz ging hier offen in die Diskussion und stellte die berechtigte Frage, wozu er z.B. wissen muss, dass ein Regenwurm ein Oberschlundganglion hat. Der Konsens der Session war, dass mancher Schulstoff vor allem dazu dienen soll, den eigenen Horizont zu erweitern und man ja nie weiß, was man später vielleicht doch noch einmal an Wissen braucht. Ich z.B. habe mich immer gefragt, wozu ich lernen muss, wie man eine Homepage in HTML erstellt. Heute brauche ich HTML wieder für unsere Mailings – es war also doch nicht alles umsonst 🙂

Nach Lauritz´ Session machten mein Freund und ich uns dann auch auf den Heimweg. Alles in Allem war es ein wirklich spannendendes, aber auch anstrengendes Wochenende, auf welchem ich viele neue Eindrücke gewinnen und interessante Menschen kennen lernen konnte, die ich so wahrscheinlich nie getroffen hätte. Fazit ist für mich, dass ich im nächsten Jahr (dann in den Räumen von Fujitsu TDS) auf jeden Fall wieder dabei bin. Und wer weiß – vielleicht gebe ich ja auch mal eine Session. Ich kann nur jeden von euch einladen auch mitzukommen – wer ist dabei? 🙂

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